[REVIEW] Der Razer Kishi – Dein Xbox xCloud Companion

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Seit dem 15. September steht xCloud nun endlich allen Interessierten Zockern zur Verfügung. An dem Tag ist der neue Dienst von Microsoft in die offene Beta-Phase gestartet, nachdem man es bislang nur über eine Einladung von Microsoft in der Closed Beta nutzen konnte. Der Dienst soll noch in diesem Jahr die Beta-Phase verlassen und damit das Cloud-Gaming revolutionieren.

Passend dazu hat Microsoft bereits vor einigen Wochen zusätzliche Peripherie angekündigt, u.a. von der überaus populären und bekannten Marke Razer. Razer steuert seinen noch gar nicht all zu lange auf dem Markt erhältlichen Smartphone Controller Kishi bei, der etwas umgelabelt und Xbox zertifiziert neu erscheint.

An dieser Stelle vielen Dank an Razer, die uns freundlicherweise ein Exemplar des Kishi für einen Test zur Verfügung gestellt haben. Es handelt sich dabei allerdings noch nicht um die Variante mit Xbox-Branding, weil diese zum Zeitpunkt des Testens noch nicht zur Verfügung gestanden hat. Beachtet also, dass auf den Bildern noch die Android Version des Kishi, demnach also mit anderen Buttonbeschriftungen, zu sehen ist. Funktional sind die Geräte allerdings identisch!

Razer Kishi mit Smartphone

Der Razer Kishi ist eine Art Smartphone Erweiterung, wo ihr euer Smartphone einlegen und anstecken könnt. Damit kommen wir auch direkt zu einem der wichtigsten Eigenschaften und einen Unterschied zu vielen anderen Geräten am Markt. Das Smartphone wird nämlich dann nicht via Bluetooth verbunden, was für eine zusätzliche Latenz beim Streamen sorgen würde, stattdessen steckt man das Smartphone via USB-C Stecker direkt in den Kishi und fixiert es, damit alles stabil sitzt.

Das hat natürlich einige Vor- und Nachteile. Der größte Vorteil ist wie eben beschrieben, dass ihr keine zusätzliche Verzögerung wie bei einer Bluetooth Verbindung habt, sondern alle Eingaben direkt am Smartphone ankommen. Dadurch sinkt die spürbare Verzögerung beim Spielen zwischen Eingabe und Bild. Ein großer Nachteil besteht für Besitzer etwas älterer Smartphones, die noch nicht über einen Type-C Anschuss verfügen. Diese lassen sich mit dem Kishi nämlich nicht nutzen. Außerdem gucken aktuell alle Apple-Nutzer in die Röhre, denn der Kishi funktioniert nur mit Android. Das liegt aber nicht an Razer. Apple hat bis vor Kurzem keine Apps für Game-Streaming wie xCloud o.ä. zugelassen, somit wäre es ohnehin nicht nutzbar gewesen. Zum Zeitpunkt des Schreibens hat Apple die Richtlinien aber etwas angepasst, so dass es denkbar ist, dass auch xCloud demnächst noch auf Apple Geräten laufen könnte. Razer hat mir jedenfalls gesagt, dass auch eine Variante für iPhones in Planung ist. Ob diese erscheint hängt an Apple und Microsoft. Weiterhin unglücklich gelöst finde ich den festsitzenden USB-Anschuss. Bei allen Smartphones ist die Höhe des USB-Ports i.d.R genormt, hat also immer den gleichen Abstand. Die meisten Leute werden aber eine Schutzhülle, Shell, etc. verwenden, damit das Smartphone bei einem Sturz nicht so stark beschädigt wird. Diese muss immer abgenommen werden, wenn man das Smartphone an den Kishi stecken möchte. Ein flexibler Anschluss an einem kurzen Kabel, was danach im Gehäuse verschwindet, wäre hier m.M.n die bessere Lösung gewesen, so müsste man die Hülle nicht jedes Mal abnehmen. Das hätte auch den Vorteil, dass bspw. ein microUSB Adapter für ältere Smartphones hätte aufgesteckt werden können. Jeder hat bestimmt noch ein altes Smartphone in der Schublade liegen. Übrigens besitzt der Kishi einen USB-C Anschluss, der auch Strom zum Smartphone durchschleift.

Razer Kishi 1 Razer Kishi 2 Razer Kishi 3

Razer Kishi 4 Razer Kishi 5 Razer Kishi 6

Ansonsten fühlt sich der Kishi mit eingelegtem Smartphone relativ ähnlich zu einer bekannten Nintendo Konsole an. Ohne Smartphone wirkt das Gerät schön kompakt und mit nur 160gr. ist es auch schnell eingesteckt und mitgenommen. Die Maße ohne Smartphone betragen 36mm x 94mm. Mit Smartphone könnt ihr dessen Länge noch dazu rechnen. Da der Kishi ein flexibles Band besitzt, lassen sich Smartphones verschiedener Größe unproblematisch und fest einspannen. Tablets funktionieren nicht. Im Gehäuse befinden sich auf der rechten Seite kleine Schlitze im Gehäuse, die den Spielsound aus den Smartphone-Lautsprechern durchlassen. Andernfalls kann man natürlich auch mit Kopfhörern am Smartphone den Ton ausgeben. Leider aber nicht via Klinke-Anschluss, sondern ausschließlich via Bluetooth.

Die Verarbeitung des Kishi ist gut, aber nicht sehr gut oder vergleichbar mit einem echten Xbox Controller. Die Sticks haben einen angenehmen Druckpunkt, sind gummiert und am ehesten vergleichbar mit einem Xbox 360 Controller. Leider fehlt mir hier eine Art Gummi-Grip wie bspw. bei den Xbox Elite Controllern. Denn die Sticks sind etwas kleiner als die Originalen, relativ glatt und der kompakten Bauweise geschuldet liegen sie unergonomisch auch etwas näher zusammen und zu nah an den ABXY Knöpfen. Es kann also schon mal vorkommen, dass man beim Spielen abrutscht. Man sollte also nicht zu große Hände haben.

Beim Spielen selbst muss man sich kurze Zeit an das leicht andere Layout des Controllers gewöhnen, weil wie gesagt die ABXY Knöpfe relativ dicht am rechten Stick und sogar fast direkt darüber liegen (ihr seht es auf den Bildern). Außerdem ist es ein merkwürdiges Gefühl, wenn man immer einen Xbox Controller nutzt und nun zwischen den Steuerelementen ein großer Abstand durch das Smartphone liegt. Die Eingewöhnzeit liegt aber nur bei wenigen Minuten. Wer ohnehin zwischendurch mal mit anderen Controllern spielt, wird sich vermutlich sowieso schnell an die neue Bedienung gewöhnen.

Gut gefällt mir, dass die Schulter-Trigger, LT und RT, auch beim Kishi etwas nach außen gewölbt sind, so rutscht man hier nicht so schnell ab. Es sind auch echte Trigger und keine normalen Tasten, die nur gedrückt oder ungedrückt kennen würden. Für meinen Geschmack hätten sie aber gerne etwas länger sein dürfen. Sie sind schmaler als mein kleiner Finger.

Razer Kishi Seite

Das Steuerkreuz reagiert für meinen Geschmack jedoch viel zu schwammig. Sicherlich für viele Zwecke ausreichend, da man es auch nur beiläufig in den meisten Spielen benutzt, Street Figher oder ähnlich D-Pad intensive Spiele würde man hiermit jedoch nicht spielen wollen. Ich sag mal für den gedachten Zweck, nämlich mobil ein wenig via Cloud zu spielen, reicht es denke ich aus.

Womit wir auch schon zum Anwendungsgebiet kommen. Sicherlich gibt es Leute, die auch zu Hause den Kishi verwenden würden, wenn bpsw. gerade eine andere Person im Haushalt den Fernseher blockiert oder wenn bspw. Freunde zu Besuch sind und man mit mehreren Leuten spielen möchte. Aber hauptsächlich geht es wohl um mobiles Spielen unterwegs. Hier muss man sich natürlich immer im Klaren darüber sein, dass man eine starke, beständige und schnelle Verbindung benötigt, damit Cloud-Streaming überhaupt funktioniert. Ihr konsumiert hier keinen Netflix Film, der egal mit welcher Latenz zum Gerät gestreamed wird, sondern all eure Eingaben gehen zum Server und müssen dann wieder zurück zum Gerät. Und das mit einer akzeptablen, kurzen Zeit. Mit LTE und gerade im technisch rückständigen Deutschland kann man das eigentlich vergessen. Ganz zu schweigen von den meisten Handyverträgen, die i.d.R keine wirklichen All-In Tarife sind. Ihr müsst also immer in der Nähe eines gut angebundenen WLANs sein oder ggf. eher schon auf 5G setzen, um den Kishi mit xCloud unterwegs zu nutzen. Glücklicherweise funktioniert er ja aber nicht nur mit xCloud. Auch Android-Spiele lassen sich damit spielen und die sind ja zum Glück i.d.R nicht auf eine Internetverbindung angewiesen.

Fazit

Es ist gar nicht so einfach zu bestimmen für welche Zielgruppe sich der Kishi in erster Linie eignet. Wer öfter die Gelegenheit hat unterwegs zu spielen oder nur selten zu Hause ist, jedoch nicht auf seine Xbox verzichten möchte, findet im Kishi eine interessante Möglichkeit Spiele aus der Cloud zu streamen. Solange es noch keine mobile Xbox gibt, ist der Kishi sicher eine der besten Möglichkeiten für unterwegs. Wunschlos glücklich bin ich jedoch noch nicht (meine persönliche Meinung). Nachfolgend möchte ich Razer noch ein paar Ideen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge für Version 2 mit auf den Weg geben.

Was ist gut:

  • Smartphone wird mit dem Kishi zu einer vollwertigen mobilen Konsole
  • Xbox Erfahrung auch unterwegs genießen
  • Laden des Smartphones während des Spielens möglich
  • Bekanntes Xbox Controller Layout
  • Kompakte Bauweise, leicht um es mitzunehmen

Was könnte besser sein:

  • Ein flexibler USB Anschluss wäre vermeintlich besser, um das Smartphone nicht immer aus der Schutzhülle nehmen zu müssen.
  • Eventuell (wenn dann noch aktuell/wichtig) eine Möglichkeit microUSB oder Apple Lightning Adapter aufzustecken, um auch ältere/Apple Smartphones zu nutzen (sofern dann nutzbar)
  • Als Alternative auch eine Bluetooth Verbindung zulassen, wenn ein Smartphone nicht passen wäre, dann den flexiblen USB Anschluss einfach nicht einstecken
  • Dem Kishi eine eigene Klinke-Audiobuchse spendieren, damit auch ältere Kopfhörer angeschlossen werden können
  • Stabilerer Auf-/Zusammenklappmechanismus
  • Wechselbare Thumbsticks mit gummierter, rauer Textur, damit man nicht so schnell abrutschen kann
  • ABXY Tasten nicht oberhalb der Sticks platzieren, sondern wie beim echten Xbox Controller leicht versetzt, selbst wenn der Kishi dann dadurch Kompaktheit einbüßt
  • Ergonomie beim Anfassen erhöhen, in dem man eher auf Griffe setzt, anstatt ein flaches Design wie bei der Nintendo Switch
  • Strafferes und präziseres Steuerkreuz

Der Razer Kishi für Android (Xbox) kann ab jetzt für 109,99€ gekauft werden. Wer keinen Wert auf das Xbox Branding legt und mit etwas anderen Farben bei den ABXY Knöpfen leben kann, kann getrost auch zur Android Variante ohne Xbox Branding greifen, was es aktuell schon teilweise für unter 90€ zu kaufen gibt.

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